Holundersekt

Holundersekt

Bald ist es wieder so weit: Wenn der Holunder blüht, kann man aus den Blüten nicht nur Sirup sondern auch – leicht alkoholischen – Sekt machen. Der hält sich auch ein Jahr bis die nächste Ernte ansteht.

5Sterne

Ein Rätsel, das ich bisher nicht lösen konnte, ist, wie trocken der Sekt wird. In manchen Jahren bekommt man einen halbtrockenen und in manchen einen sehr trockenen Sekt. Man könnte das theoretisch über die Zuckermenge steuern. Aber da für die Gärung nur die wilden Hefen auf den Blüten verwendet werden, ist schwer abzuschätzen, wie alkohol-tollerant diese sind, bevor sie absterben. Außerdem ist so schon manchmal zu viel Druck auf den Flaschen. Also bleibt es von Jahr zu Jahr beim Sekt-Lotto.

Apropos Alkohol. Bei den Mengen oben hatte ich 30° Öchsle bei meinem Ansatz, was etwas weniger als 4% Alkohol im Sekt entspricht.

Wenn der Sekt mal zu trocken ist, hilft etwas Holundersirup dem Geschmack. Das Bouquet und die Perlen sind jedenfalls immer erstklassig.

Zutaten

Für 20l in einem 25l-Gärgefäß

  • 20l Wasser
  • 1,5 kg Zucker
  • 200ml gepresster Zitronensaft
  • 2 ungespritzte Zitronen in Scheiben
  • 200 ml Apfelessig
  • 30 große Dolden Holunderblüten

Zubereitung

Das Wasser in ein sauberes Gefäß geben und den Zucker darin auflösen. Dazu gibst Du den Essig und den Zitronensaft. Zuletzt kommen noch die Zitronenscheiben und die Blütendolden dazu. Die Blütendolden solltest Du nur vorsichtig ausschütteln, damit keine Insekten in den Sekt kommen. Die dicken Stängel schneide ich ab, da sie unangenehm viel Gerbsäuren beitragen können. Da Du den Geschmack und die Hefen der Blüten brauchst, sollten sie auf keinen Fall gewaschen werden. Ich pflücke sie deshalb auch nur ungern, wenn es die Tage vorher geregnet hat.

Das Gefäß deckst Du mit einem sauberen Tuch ab (oder dem Deckel bei einem Gärbehälter) und drückst die Blüten nur vorsichtig 1-2 mal am Tag unter die Oberfläche, um Schimmel vorzubeugen.

Nach fünf bis sieben Tagen solltest Du schon deutliche Spuren der Gärung sehen. Die Flüssigkeit moussiert dann schon. Meine Frau findet den Geruch zu diesem Zeitpunkt sehr unangenehm – das fertige Gertränk schätzt sie aber sehr!

Dann wird auf druckfeste Flaschen abgefüllt. Der Sekt entwickelt sehr kräftig Kohlensäure! Die Flaschen dürfen nicht zu schwach sein. Bügelflaschen bestimmter Biersorten wären z.B. geeignet.

Beim Abfüllen benutze ich eine Schaumkelle und ein Teesieb, um Blütenteile und Schwebstoffe abzufangen.

Nach 2-3 Wochen kannst Du den Sekt probieren. Zum Wohl!

Die Sirupsaison beginnt!

Orangensirup
4SterneGeschmackswertungW

Von unserem adoptierten Orangenbäumchen hatten wir dieses Jahr eine riesige Menge noch unverbrauchter Orangen.

Einige Stunden später …
… hatte ich mit der (elektrischen 😉 ) Saftpresse aus über 20 kg Orangen acht Liter Saft gewonnen.
Die Hälfte habe ich nach dem Grundrezept für Sirup verarbeitet. Das ist fast etwas zu süß. Etwas mehr Zitrone wäre hier gut.
In die andere Hälfte habe ich beim Erhitzen ein mit fein gehacktem Ingwer (ca. ein 2,5 cm Stück) gefülltes Teeei gehängt und die Zitronensaftmenge auf 100 ml pro 1 l Saft erhöht.

Verdünnt mit Wasser (ca. 1:8) ist das eine extrem leckere Angelegenheit.

Zutaten für Orangen-Ingwer-Sirup

  • frisch gepresster Orangensaft
  • Zucker (500g für jeden Liter gewonnenen Saft)
  • 100 ml Zitronensaft pro Liter Saft
  • ca. 2,5cm Ingwer

Ein Liter Saft ergibt ca. 1,2 l Sirup.

Rhabarbersirup für leckere Schorlen

Rhabarbersirup

Bald geht die Rhabarbersaison zu Ende. Jetzt wird es höchste Zeit Rhabarbersirup für köstliche Rhabarberschorle herzustellen!

Zutaten

  • ein paar Kilogramm Rhabarber (1kg ~0.5-0.7l Saft)
  • Zucker (500g für jeden Liter gewonnenen Saft)
  • 75 ml Zitronensaft pro Liter Rhabarbersaft
  • etwas Wasser (~50ml/kg Rhabarber)

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 60 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 120-180 Min. / Schwierigkeitsgrad: sehr einfach

Der Rhabarber wird in Stücke geschnitten und mit dem Wasser bei niedriger Hitze in einem Topf mit Deckel gekocht. Wenn der Rhabarber matschig ist und die Stücke nicht mehr erkennbar sind, wird die Pulpe durch ein Tuch abgegossen. Am Besten ist, die Masse im Tuch über Nacht abtropfen zu lassen. Widerstehe der Versuchung zu drücken, weil sonst der Sirup Schleier bekommt.

Zu dem Saft gibst Du je Liter 75ml Zitronensaft und 500g Zucker. Der Zucker wird unter leichtem Erhitzen aufgelöst. Die Temperatur sollte für ein paar Minuten über 80-90° liegen. Andererseits sollte der Sirup aber nicht kochen!

Den heißen Sirup kannst Du in warme Flaschen füllen, die Du im Ofen bei 100° sterilisiert hast.

Verdünnt wird der Sirup nach Geschmack 1:5 bis 1:10 mit Wasser. Ich serviere ihn gerne mit ein paar Blättern Minze und Eis.

Zum Wohl!

Rhabarbersirup