Sommerschnitt von Kiwis und Wein

Kiwis und Wein schneiden

Kiwis und Wein in meinem Gewächshaus legen im Frühjahr immer richtig kräftig los und bilden lange Seitentriebe. Wenn zu dieser Zeit noch keine Fruchtansätze an einem Trieb zu sehen sind, wird da auch nichts mehr kommen, was dieses Jahr ausreift.

Damit die Pflanzen ihre Kraft in die Früchte stecken und damit Luft und Licht an die Früchte kommen (das vermeidet Pilzprobleme und erhöht die Süße) kürzt man die Triebe ein. Das zeige ich in diesem Video.

 

Froschkonzert im Feinschmeckergarten

Frosch auf Seerosenblatt

Sie stellen uns manchmal nachts auf die Probe, wenn sie lautstark unter unserem Fenster ihre Reviere markieren. Aber wir sind froh, dass unsere Frösche dieses Jahr zum ersten Mal gelaicht haben.

Aber auch wenn die Seite Feinschmeckergarten heißt – die Kerle kommen nicht in den Topf!  😉

 

Video mit aktuellen Arbeiten im Gemüsegarten

In diesem ersten Video 🙂 aus dem feinschmeckergarten.de geht es um die folgenden Themen:
– Vlies zur Kulturverfrühung
– LED-Pflanzenlicht in der Anzucht
– Gurken an Schnüren
– Tomaten tief pflanzen und an Schnüren ziehen
– Kiwis im Frühjahr schneiden
– Mizuna pflanzen und ernten
– Erbsensprossen für Salat anbauen
– Erbsenschnüre nach und nach setzen
– Karotten gestreut säen

Feldversuch NoDig – Teil 2: Endlich hat der Winter ein Ende!

Hier kommt ein Update zum Projekt NoDig – Gärtnern ohne umzugraben. Mehr dazu auch in meinem ersten Video aus dem Garten.

Am 15.3. sollten nach meinem großen 2018-wird-DAS-Gartenjahr-Plan die ersten im Folientunnel vorgezogenen Pflanzen unter Vlies ins Freiland gesetzt werden. Am 29.3. sah es bei uns so aus:

Teich

In der ersten, diesjährigen Folge der schottischen Gartensendung Beechgrove Garden gingen die Moderatoren vor zwei Wochen davon aus, dass Schottland mindestens drei bis vier Wochen hinter normalen Jahren herhinkt. Das ist hier (an der dänischen Grenze) wohl auch der Fall.

Aller Unbill zum Trotz waren am 25.3. Koriander, Erbsen, Spinat und Zwiebeln aus der Anzucht im Folientunnel unter Vlies ins Freiland gewandert und haben den Schnee überlebt!

Mit ein paar hundert Gramm Ertrag führen die Erbsen (als Sprossen für Salat gepflückt) bisher die Ernteliste der Gemüse aus diesem Jahr an. Es sind einfache Erbsen aus dem Supermarkt, die zu viert oder fünf in Modulen von 84er Modulplatten im Folientunnel vorgezogen wurden.

Erbsensprossen
Erbsensprossen für Salat und zum Kochen – geerntet werden die Triebspitzen mit den obersten 4-5 Blättern.

Zusammen mit Rucola und Mizuna aus dem Herbst letzten Jahres bilden die Erbsensprossen die Grundlage unserer aktuellen Salatmischung.

Mizuna
Mizuna im Folientunnel aus Oktober 2017 – Wir ernten alle Blätter einer Pflanze mit der Schere. Die Pflanzen wachsen dann wieder nach.

Die Salatmischung wird mit Minze, Oregano, Vietnamkoriander, Bärlauch und Koriander noch etwas interessanter gestaltet. Bald sind dann auch Brunnenkresse, Dill und Sauerampfer wieder so weit.

Koriander
Koriander am 15.4. – teilweise schon bis auf wenige Blätter geerntet.

Dafür das ich das Gartenjahr 2018 im letzten Herbst nur bedingt vorbereitet habe, lässt sich das Experiment NoDig recht gut an. Wir haben seit Mitte März ungefähr zweimal in der Woche frischen Salat aus eigenem Anbau.

Und vielleicht kann ich meiner Frau das Rezept für den leckeren Rhabarberkuchen mit Baiser vom letzten Wochenende für dieses Blog entreißen.

Bisher kommen alle Pflanzen mit der Saat oder dem Auspflanzen in den sehr nitratarmen Grünkompost sehr gut klar. Die Herausforderungen sind eher der starke Windchill, der die gefühlte Temperatur auch bei Plusgraden wie Minus erscheinen lässt, und abwechselnde Perioden von Trockenheit und Nässe. Die Hochbeete und erhöhten Beete vermeiden weitgehend Probleme mit Staunässe. Dafür trocknen sie leichter aus.

Probleme mit Beikräutern habe ich praktisch keine. Die wenigen auftauchenden Keimlinge habe ich immer sofort bei anfallenden Arbeiten von den Beeten entfernt.

Ärgerlich waren Mäuse, die mir im Folientunnel über Nacht den gesamten Spinat vom Vorjahr und Steckzwiebeln aus 2018  weggeneit haben.

Das Wetter im April – Der Beleuchtungssensor ist defekt – so duster war es dann doch nicht. 😉
Rosmarinblüte im Folientunnel am 15.4.

 

Blogger für giftfreies Gärtnern

giftfrei Gärtnern

Mit einem langen und informativen Artikel hat www.naturgartenideen.de die Aktion „Blogger für giftfreies Gärtnern“ gestartet.

Wenn man einfach mal darüber nachdenkt, warum es eine gute Idee sein soll, Gift in einem Raum auszubringen, der der Erzeugung von Lebensmittel dient, liegt die Antwort eigentlich auf der Hand…

Also wir versuchen lieber viele Helfer in unseren Garten einzuladen, die uns dabei unterstützen, Fresskonkurrenten um unsere Gemüse klein zu halten. Und die kommen gern!

Molch mit Außenkiemen
Molch mit Außenkiemen
Grünfrosch
Ringelnatter
Mauswiesel
Vierfleck
Vierfleck
Igel
Igel
Kröte
Kröte
Sperlinge
Sperlinge
Mosaikjungfer
braune Mosaikjungfer
Hornisse
Hornisse
GrossesHeupferd
Grosses Heupferd
Plattbauch
Plattbauch

 

Feldversuch NoDig – Teil 1: Gartenvorbereitung

Erntedatenbank

Welchen Ertrag kann man aus ca. 50 m2 Beetfläche mit welchem Aufwand herausholen, wenn man die Beete intensiv und mit der Methode NoDig bewirtschaftet? Das ist in etwa meine Fragestellung für das Jahr 2018.

Dabei wird dieses Jahr das erste sein, in dem der Nutzgarten fast vollständig auf NoDig umgestellt ist. Die Idee hinter NoDig ist in etwa, dass in der Natur niemand pflügt oder umgräbt, sondern dass der Boden sich durch absterbende Pflanzenteile langsam aufbaut. Daran angelehnt, wird jährlich eine mehrere Zentimeter starke Schicht Kompost aufgebracht, in die gesät und gepflanzt wird. Wichtig ist dabei die Kompostqualität. Ist der Kompost voller Beikräutersamen macht die Methode keinen Spaß, wie ich an einem Blumen- und Beerenbeet selbst erfahren durfte. Ist der Kompost aber z.B. thermophil (= bei bis zu 70° C) hergestellt, enthält er keine keimfähigen Samen und unterdrückt für lange Zeit den Wuchs von Beikräutern. Wir haben in neu angelegten Staudenbeeten fast zwei Jahre kaum gejätet, bis die Beikräuter wieder arg zunahmen und eine neue Schicht Kompost Ruhe brachte.

Den Kompost habe ich in frostfreien Perioden schon über den Winter aufgebracht. Lediglich drei Hochbeete (C,D&G), die den gesamten Heckenschnitt des Herbsts und Winters aufgenommen haben, sind noch in Bau.

Beetplan ab 2018

Die 50 m2 verteilen sich auf einige Hochbeete, erhöhte Beete und Beete in einem Kleingewächshaus (T1-2, R&L) sowie einem Folientunnel ( Beet 1-6). Die Beete T1 und T2 sind keine NoDig-Beete sondern aquaponische Beete. Mehr dazu findest Du auf meinem Aquaponik-Blog. Einige Beete sind Dauerkulturen wie Rhabarber (O),  Rosmarin oder Lorbeer (2&4). Hinzu kommen außerdem noch Erträge aus dem Beerengarten und anderen Teil des Gartens, die auch alle mit NoDig bewirtschaftet werden.

Im Folientunnel läuft die Anzucht, die ich mit meinem neuen Kulturkalender geplant habe. Alle Aussaaten und Erträge des Jahres werden gleich nach der Ernte mittels einer selbst gebauten Website und Datenbank auf dem Handy erfasst.

Erntedatenbank

Mal schauen, was 2018 bringt. Erfolge wie auch Rückschläge werden hier in loser Folge berichtet.

Die Grundlagen zu NoDig vermittelt dieses Video von Charles Dowding, dessen Videos insgesamt sehr sehenswert sind:

Wetterdaten aus dem Feinschmeckergarten

Temperatur

Wetter und Gärtnern gehören zusammen. Manchmal mag man das bedauern, wenn zum Beispiel gefühlt mal wieder den ganzen Sommer die Sonne nie scheint und die Regentonne nie leer wird. Aber am Wetter vorbei kommt der Gärtner ja doch nicht. 🙂

Um meinen Standort noch besser kennenzulernen, habe ich eine alte, billige Wetterstation mit USB-Anschluss wieder hervorgekramt, deren Anemometer und sonstige Sensoren seit Jahren fast ungenutzt auf einem Mast an der Garage in einem Dornröschenschlaf gefallen waren.

Wetterstation
Der Lichtsensor ist mal wieder ausgefallen.

Die Windsensoren waren mit etwas Teflonspray schnell wieder gangbar gemacht, wenn die Windfahne (Windrichtung) auch noch manchmal zickt. Der Sensor für Beleuchtungsstärke und UV-Index hatte leider schon immer sein Eigenleben und funktioniert, wann er will. Aber der Rest tat irgendwann wieder.

Wetterstation
Die Windsensoren sind in etwa 8m auf einem Stahlrohrmast angebracht.

Im nächsten Schritt sollte ein Raspberry Pi aus der Bastelkiste die Daten der Sensoren über die USB-Schnittstelle auslesen und im Intranet/Internet bereitstellen. Die Freude war groß, als ich feststellte, dass es von der Windows-Software, mit der ich früher die Daten ausgelesen hatte, eine Linux-Version gab – die allerdings mit aktuellen Bibliotheken in Linux nicht funktionierte…

Wetterstation
Ein Gefrierbeutel und ein paar im Ofen ausgetrocknete Beutelchen mit Silikagel schützen den Raspi vor Kondenswasser und anderer Feuchtigkeit.

Dann fand ich aber pywws von Jim Easterbrook (Thank you, Jim!). Seine Sammlung von Python-Skripten tut, was ich wollte, und wenn man Programmierer ist, ist sie bestimmt auch ganz einfach einzurichten…

Mit der Dokumentation von Jim und der deutschen Dokumentation eines Beispiels von Michael Überall, der eine derartige Station ins Netz funken lässt, war es aber auch für mich machbar, die Wetterstation online zu bringen.

Im Jahresverlauf werde ich so über die Jahre erfahren, wann genau hier noch mit Frösten zu rechnen ist oder wann die Lichtmenge und Wärme im Gewächshaus wirklich schon Sinn für den Start der Kulturen ergeben.

Wetter 2018
Wetter 2018

Außerdem ist die Station auch ein MaxMinThermometer für den Folientunnel. Dort experimentiere ich immer mal wieder mit Maßnahmen, um die Extrema der Temperatur nach unten und oben zu begrenzen. Mit diesen Daten kann ich den (Miss-)Erfolg bewerten.

Die Station twittert unter @WielenWetter stündlich die aktuellen Wetterdaten und eine Seite mit ständig aktualisierten, umfangreichen Grafiken und Tabellen wird demnächst folgen.

Achja, rechts in der Navigation dieses Blogs sind die Daten auch zu finden. 🙂

Windmessung

Kulturkalender – Platznutzung optimieren im Gemüsebeet

Kulturkalender

Oft passiert es mir, dass ein Beet abgeerntet ist und ich mir noch keine Gedanken zur weiteren Bepflanzung gemacht habe. Da ich einen guten Teil des Gemüsegartens derzeit auf NoDig umstelle, haben mich die Videos von Charles Dowding angeregt, mir mehr Gedanken zur Optimierung meiner Flächennutzung zu machen.

Herausgekommen ist dabei eine Tabelle in LibreOffice/OpenOffice, in der ich die Anzucht- und Kulturdauer von Gemüse erfasse und grafisch darstelle.

Kulturkalender

In der Vergangenheit ist es mir oft passiert, dass ich überenthusiastisch schon im Februar alles Mögliche angezogen habe, was dann zu unansehnlichen, langgezogenen Pflänzchen wurde, bis ich die Pflanzen Mitte Mai frostfrei nach draußen pflanzen konnte.

Mit dieser Tabelle kann ich sehen, wann ich die Anzucht für ein bestimmtes Gemüse beginnen kann und wie lange es das Beet belegen wird. Die Tabelle ist im Moment mit Angaben von Saattütchen und dem Internet erstellt und wird in den kommenden Jahren an meine Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Falls Dir die Idee gefällt, kannst Du die Datei herunterladen und Deinem Garten anpassen. Die Datei steht unter einer Creative Commons CC BYSA Lizenz. Du darfst sie nutzen, verändern und weitergeben, so lange Du Veränderungen kennzeichnest und alle Autoren/-innen nennst. Die Datei ist mit LibreOffice erstellt. Du kannst sie auch in MS Excel öffnen und bearbeiten – sie sieht dann nur nicht so nett aus.

Update: Die aktuelle Version des Kulturplaners findest Du jetzt immer auf der Download-Seite.

 

DIY-Erdbohrer aus KG-Rohr

Erdbohrer

Die Fundamente für ein paar Zaunpfähle sollten nicht zu riesig ausfallen. Zwei Spaten zum Ausheben ergeben aber schon ordentlich Volumen und sind bei Tiefen bis zu 80cm auch schwierig zu handhaben.

Die Lösung fand ich in einem Rest KG-Rohr, welches ich noch auf dem Boden hatte. Oben habe ich zwei Löcher von 20mm gebohrt. Diese Löcher nehmen ein Stück alten Rohres auf, mit dem man den Bohrer drehen kann.

In das scharfkantigere untere Ende habe ich mit einer Säge zwei „Sägezähne“ eingeschnitten, die kleinere Wurzeln prima durchtrennten.

Erdbohrer

Bei unserem sandigen Boden halfen mir die Regenfälle der letzten Wochen zu vollständigen Bohrkernen. Nur unter einer Hecke war der Sand zu trocken, um ihn als ganzen Bohrkern aus dem Loch herauszuziehen.

Bohrloch

Ein paar Mal musste ich den Bohrer herausziehen und mit einem sehr langen Meißel Steine oder Wurzeln wegschlagen. Aber erst auf dem festen Ortstein war dann völlig Schluss mit dem Bohren.

Feuerschale aus Feldsteinen und Kies

Feuerschale

Diese Feuerschale sollte es noch gar nicht geben. Denn eigentlich war die Idee auf der Liste zu realisierender Projekte ziemlich weit hinten angesiedelt. Doch dann kam das Angebot meiner ältesten Schwester, dass wir uns einen Schwung Feldsteine bei Ihr und ihrem Mann holen könnten.

Feldsteine kann ich eigentlich immer gebrauchen. Sie eignen sich als Beetabgrenzungen, für den Bau von Habitaten für Amphibien, Reptilien und Mauswieseln oder für die Gestaltung von Teichen. Und gerade jetzt passte perfekt, dass ich einen Teil des Vorgartens umgestalten möchte und dafür ein paar Tonnen Steine benötige. Diese waren dafür allerdings zu klein. Was also mit den mühevoll im Regen mit Frau und Schwager auf den Hänger geladenen Steinen anfangen? Damit wäre ich wieder bei dem Projekt der Feuerschale.

In einem dänischen Gartenmagazin hatte ich einmal eine Feuerstelle aus Feldsteinen und Beton gesehen. Der Beton ist praktisch, um sie zu reinigen, aber auch nicht sehr schön, nur bedingt feuerfest und verhindert das Versickern von Regenwasser. Deshalb entschied ich mich, die Lücken zwischen den Feldsteinen mit Kies aufzufüllen.

Feuerschale

Die kreisrunde Form markierte ich mit einem Stock, etwas Band und der roten Gartenschaufel. Den Entschluss unter der Buche zu graben habe ich noch bereut, als ich durch die Wurzeln musste.

Feuerschale

Zunächst grub ich ca. 60 cm tief bis zum Raseneisenerz eine plane Fläche in der Mitte des Kreises. Von dort flachte ich die Seiten ab.

Feuerschale

Von der Mitte aus wurden mit Feldsteinen die Seitenwände aufgebaut.

Feuerschale

Zeitrafferaufnahme mit einer Webcam (die Probleme mit dem Gegenlicht hatte…):

Als rasenmäherfreundliche Kante setzte ich eine Reihe Katzenkopfpflaster. Im unmittelbaren Randbereich soll ein Geotextil aus Kunststoff Unkrautwuchs unterdrücken. Weiter innen dürfte das wegen der hohen Temperaturen keinen Sinn machen.
Die Zwischenräume zwischen den Feldsteinen wurden mit Kies unterschiedlicher Körnungen gefüllt.

Feuerschale

Die fertige Feuerstelle ist ca. 2,60 m im Durchmesser und etwa 40 cm tief.
Eine Metallschale in der Mitte wäre noch ganz schön.
Hm, wenn ich mich nicht irre, müsste ich auf dem Werkstattboden noch ein paar Metallplatten liegen haben. Bin gleich wieder da…
😉

Feuerschale