Knuspriger Lammbauch mit Backkartoffeln, Brokkoli und Karotten

KnuspigerLammbauchBrokkoliKarottenBackkartoffeln

5SterneGeschmackswertung

Wenn man recht wenig Fleisch isst, sollte man diese wenigen Gelegenheiten etwas zelebrieren und vielleicht nicht nur die „besten“ Teile vom Tier verarbeiten.

Schon seit einiger Zeit hatte ich in der Tiefkühlung etwas Lammbauch und wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte. Bei einem Besuch im Rumor in Totnes/UK hatte ich dann sehr leckere, gebackene Auberginen mit knusprigem Lammbauch.

Ein bisschen Recherche im Internet führte dann zu meiner Variante von knusprigem Lammbauch, deren Rezept Du weiter unten lesen kannst. Das Rezept ist technisch etwas anspruchsvoller und erfordert etwas Zeit. Dafür wirst Du mit einem fantastischem Geschmack belohnt und hast eine tolle Verwendung für ein eher unattraktives Stück Fleisch. Denn wenn man schon Tiere isst, sollte man versuchen, sie möglichst vollständig zu nutzen. Das Ergebnis ist hier das wahrscheinlich beste Fleischrezept, das ich bisher kreiert habe. Das Fleisch ist außen knusprig, innen ist es zart und saftig und trotz der Gewürze von tiefem Lammgeschmack.

Zutaten

Für Fleisch und Sauce:

  • Lammbauch mit Knochen
  • 1/2 Flasche trockener Rotwein
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • eine getrocknete Chilischote oder Chiliflocken
  • eine Messerspitze gemahlener Zimt
  • eine Zimtstange
  • Kreuzkümmel
  • Fenchelsamen
  • Korianderkörner
  • (Meer-) Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • frische Kräuter: Thymian, Estragon, Rosmarin, Salbei
  • rote oder schwarze Johannisbeermarmelade
  • flüssiger Honig
  • ~ 1l (Oliven-) Öl

Für die Beilagen:

  • frische Karotten
  • Kartoffeln
  • Brokkoli
  • gehobelte oder gestiftete Mandeln

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 90 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 5 h (über 2 Tage) / Schwierigkeitsgrad:  mittel bis schwer

1. Tag

Der langwierigste Teil der Vorbereitung ist, das Fleisch von den Knochen zu trennen. Nimm dazu ein scharfes Messer und folge mit dessen Spitze dem Bindegewebe (das weiße Zeug zwischen den roten Muskeln). Der linke Haufen oben sind die Knochen und Fettklumpen, der andere ist das Fleisch. Die Knochen nicht wegwerfen – die werden für die Sauce gebraucht!

Das Fleisch wird mit Kräutern eingerieben, die erst einmal gemörsert werden müssen: Koriander, Fenchel, Kreuzkümmel (nicht zu viel!), eine trockene Chilischote (oder Chiliflocken), Meersalz und eine Messerspitze Zimt.

In einer Schüssel werden Fleisch und Gewürze gründlich durchmengt.

Die Fleischfladen legst Du auf einer sauberen Fläche aus und rollst sie zusammen. Wenn Du geeignetes Bindegarn hast, kannst Du damit die Rolle binden. Ich hatte nur ein paar Zahnstocher aus Holz.

Diese Rolle wird in einer feuerfesten Form mit Deckel oder einem Kochtopf mit Öl bedeckt für drei bis vier Stunden im Backofen bei 120° gegart.

Die Knochen werden in heißem Öl angebraten.

Dazu kommen geviertelte Zwiebeln und eine Knoblauchknolle. Du brauchst weder Knoblauch noch Zwiebel zu schälen, wenn die Schalen sauber sind. Die Sauce wird später durch ein Sieb abgegossen.

Die gebräunten Knochen und Zwiebeln werden mit ca. einer halben Flasche Rotwein abgelöscht. Der Wein wird bei hoher Hitze bis zu einem zähflüssigen Bodensatz reduziert. Dann gießt Du mit heißem Wasser auf, so dass die Knochen bedeckt sind und wirfst die Kräuter mit in den Topf.

Während das Fleisch im Ofen gart, reduzierst Du die Sauce, die zum Abschluss durch ein feines Sieb abgegossen wird.

Das Fleisch wird mit einer Zange oder zwei Löffeln aus dem Öl geholt und zum Abkühlen beiseite gestellt. Das Öl nicht weg gießen. Darin werden die Backkartoffeln gegart. Außerdem ist es sehr schön aromatisiert und hält sich gekühlt einige Zeit.

Wenn das Fleisch hinreichend abgekühlt ist, nimmst Du die Zahnstocher heraus und wickelst es sehr eng in Frischhaltefolie ein. Diese Rolle geht über Nacht in den Kühlschrank.

2. Tag

Schneide die Rolle in ca. 15 mm starke Scheiben und entferne die Folie.

Setze die Sauce wieder auf mittlerer Hitze auf und reduziere sie weiter.

Die Kartoffeln werden 10 Minuten vorgekocht und dann bei 200° für 15-20 Minuten im Ofen in etwas vom dem Öl der Lammrolle gebacken.

Diese 15 bis 20 Minuten reichen, um Karotten und Brokkoli im Dampf zu garen. Vielleicht durch den trockenen Sommer hatte mein Brokkoli keine großen, geschlossenen Köpfe gebildet. Dafür sind die Röschen von vielen Blättern umgeben, die auch gut schmecken.

Wenn das Gemüse auf dem Weg ist, brätst Du die Lammbauchscheiben in heißem Öl 1-2 Minuten pro Seite knusprig an und stellst sie dann in der Pfanne zu den Kartoffeln im Backofen. Hätte ich es nicht vergessen, hätte ich jetzt noch die gehobelten Mandeln für den Brokkoli in die Pfanne gegeben…

Die Sauce wird mit etwas Honig, einem guten Löffel Johannisbeermarmelade, Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Dann ist Zeit zu servieren.

Guten Appetit!

 

Selbstgemachter Rehschinken mit Rosmarin und Lorbeer

Rehschinken

Ist:

Potential: 5SterneGeschmackswertung

Da habe ich es beim Pökeln mit dem Salz etwas zu gut gemeint. Aber dieser erste Versuch zeigt Potential. Vielen Dank an Rico für das Räuchern!

Zutaten

  • Rehblatt
  • Meersalz
  • Rosmarin
  • Lorbeer

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 0 Min. / Schwierigkeitsgrad:  einfach

Das Fleisch wird mit Salz und Gewürzen mittel eines Vakuumiergeräts  in einem Kunststoffbeutel eingeschweißt.

Anschließend wird es 7-10 Tage im Kühlschrank gelagert. Gelegentlich wird umgelagert und das Salz mit leichtem Kneten eingearbeitet.

Rehschinken

Die abgespülten und abgetrockneten Fleischteile dürfen dann noch ein paar Tage im Kühlschrank ruhen, bevor sie geräuchert werden.

Rehschinken

Durch die hohe Salzmenge war der geräucherte Schinken nicht nur recht salzig, sondern auch extrem trocken. Aber der Geschmack lässt für den nächsten Versuch Gutes hoffen.

Rehschinken

 

Erinnerungen an den Sommer: Pasta mit gegrillter Tomatensauce

Gegrillte Tomatensauce

4SterneGeschmackswertungW

Zutaten

  • Tomaten
  • eventuell etwas Honig
  • optional: rote Paprika
  • Zwiebeln
  • Lorbeer
  • Thymian
  • Olivenöl
  • Pfeffer (frisch gemahlen/gemörsert)
  • (Meer-)Salz
  • Rotwein
  • Spaghetti
  • frisch geriebener Parmigiano Reggiano

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 40-50 Min. / Schwierigkeitsgrad: sehr einfach

Den Ofen auf 200-220° vorheizen. Wenn vorhanden, solltest Du den Grill benutzen.

Die Tomaten (,Paprika) und Zwiebeln kleinschneiden und mit Thymian und Lorbeer auf ein tiefes Backblech oder in eine Auflaufform geben. Mit etwas Olivenöl vermengen. Wenn die Tomaten nicht genug eigene Süße besitzen, kannst Du etwas Honig über das Gemüse träufeln.

Gegrillte Tomatensauce

Im Ofen muss das Gemüse immer mal wieder gewendet werden, damit es nicht verbrennt. Das gilt besonders, wenn Du den Grill benutzt.

Nach ca. 30 Minuten im Ofen sollten die Tomaten schon gut zerfallen und etwas eingetrocknet sein. Jetzt gibst Du etwas Rotwein dazu, um die Sauce wieder etwas zu verflüssigen.

Da die Sauce in 15 bis 20 Minuten fertig ist, kannst Du jetzt langsam daran denken, die Pasta Deiner Wahl auf den Weg zu bringen. Spaghetti sind unser Favorit.

Gegrillte Tomatensauce

Wenn der Rotwein reduziert ist und die Sauce eine dickflüssige Konsistenz angenommen hat, wird mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und serviert.

Tipp: Heiß in sterilisierte Gläser abgefüllt, ist die Sauce einige Monate haltbar und schnell aufgewärmt, wenn mal gerade wenig Zeit zum Kochen ist.

Guten Appetit!

Gegrillte Tomatensauce

Zwiebelsuppe mit Käsecroutons

Zwiebelsuppe Mit Käsecroutons

Im Netz bin ich zufällig über ein Zwiebelsuppenrezept von Nigel Slater gestolpert. Da ich noch ein paar Reste eigener Zwiebeln hatte und Nigels Rezepte eigentlich immer klasse sind, gab es seine Suppe mit kleinen Variationen des Rezeptes zum Abendessen. Aber Rezepte sind für Slater eigentlich sowieso eher wie Melodien für Jazzer: Man nimmt sie, seziert sie, baut sie wieder zusammen und es entsteht etwas Neues.

letzte eigene Zwiebeln

Zutaten

  • Zwiebeln, wenn möglich rote und weiße
  • Frühlingszwiebeln (ich habe das Grün gekeimter Zwiebeln genommen)
  • Brühe (vorzugsweise hausgemacht)
  • frische Lorbeerblätter
  • frische Rosmarinnadeln
  • Olivenöl
  • Sahne
  • Weißbrot oder Baguette
  • geriebener Käse (ich hatte Reste von Reggiano, festem Ziegenweichkäse und Gouda)
  • Pfeffer und Salz

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 15 Min. / Schwierigkeitsgrad:  einfach

Die Zwiebeln kleinschneiden, mit dem Rosmarin, Lorbeer und Öl in einer Auflaufform vermengen und bei 200° ca. 45 Minuten in den Ofen geben. Damit die Zwiebeln nicht verbrennen, gelegentlich in der Auflaufform wenden.

Zwiebeln Vor Dem Ofen

Während die Zwiebeln im Ofen garen, auf Weißbrotscheiben oder Baguettehälften auf einem Backblech eine Mischung aus kleingeschnittenen Frühlingszwiebeln und dem geriebenen Käse anhäufeln.
Ich hatte noch etwas geriebenen Parmesan, Reste von einem camembert-ähnlichen Ziegenweichkäse und Gouda im Kühlschrank.

Käsecroutons Vor Dem Ofen

Wenn die Zwiebeln weich und süß sind, die Lorbeerblätter entnehmen und die Hälfte der Zwiebeln zusammen mit Brühe in einer Küchenmaschine mixen.

Zwiebeln Nach Dem Ofen

Die Käsecroutons können jetzt schon unter einen heißen Grill in den Backofen.

Die Mischung aus Brühe und Zwiebeln in einem Topf aufkochen und eventuell etwas reduzieren lassen. An dieser Stelle kannst Du entscheiden, ob der Suppe ein kleiner Schuss Sahne gut täte und ob etwas Salz oder Pfeffer fehlt.
Obacht zwischendurch, dass die Croutons unter dem Grill nicht verbrennen.

Wenn die Käsecroutons knusprig sind…

Käsecroutons nach dem Ofen

… können die übrigen Zwiebeln auf Teller verteilt werden. Dann wird die Suppe aufgefüllt und mit einem Käsecrouton garniert.

Guten Appetit!

Zwiebelsuppe Mit Käsecroutons

Nordafrikanische, in Salz eingelegte Zitronen

Eingelegte Zitrone Salz Glas Gewürze

4SterneGeschmackswertungW

Diese eingelegten Zitronen fügen vielen Gemüse- und Fleischgerichten eine ungewohnte, wunderbare, tiefe Geschmacksdimension hinzu. Probiere es einfach mal aus. Du wirst bestimmt nicht enttäuscht sein!

Zutaten

  • ungespritzte Zitronen
  • optional Gewürze wie frische Chili und frischer Lorbeer
  • (Meer-)Salz

Eingelegte Zitrone Salz Gewürze

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 0 Min. / Schwierigkeitsgrad: sehr einfach

Die Gläser für die eingelegten Zitronen sterilisiere ich bei 100-120° im Backofen. Die Gummis werfen ich nur in kochendes Wasser eines Wasserkochers. Die Gläser mit Bügelverschluss gehen irgendwie bei fast jedem Einkauf in einem großen, schwedischen Möbelhaus mit in den Einkaufswagen. Man kann davon ja eigentlich nie genug haben. Denn es gibt ja auch noch Apfelmus, Rotkohl, sauer Eingelegtes…

Während die Gläser sterilisieren, schrubbst Du die Zitronen mit einem Schwamm oder Ähnlichem (die Schale dabei nicht kaputt scheuern).

Eingelegte Zitrone Salz Glas Gewürze

Die spitzen Enden schneidest Du ab und schneidest die Zitronen tief ein, so dass sie aber unten noch zusammenhalten (s. Bild oben).

In die Zitronen wird reichlich Salz reingestopft und die Zitronen werden dicht im Glas gepackt. Die Zwischenräume zwischen den Zitronen füllst Du immer wieder mit Salz auf. Das Salz entzieht den Früchten den Saft, so dass die Zitronen nach einer Weile in einer Lake aus Saft und Salz liegen. Wenn Du magst, kannst Du auch Gewürze wie frische Lorbeerblätter oder Chilis mit in das Glas legen. Ich finde, dass sie geschmacklich nicht viel Unterschied machen, aber toll aussehen – wäre das eine Geschenkidee für Weihnachten?

Das Glas wird abschließend bis zum Rand mit Salz aufgefüllt und an einem dunklen, kühlen Ort verwahrt, wo Du es allerdings jeden Tag (am besten mehrmals) auf den Kopf drehst, damit sich die Lake gut verteilt. Dieser Ort kann auch dein Kühlschrank sein. Wenn der Pegel sinkt, füllst Du Salz nach.

Nach ca. einem Monat haben sich die Zitronen leicht bräunlich verfärbt und können zum Kochen verwendet werden. Je nachdem wie viel Salz Du mit in das Gericht haben möchtest, kannst Du die Zitronen vor Gebrauch abspülen oder direkt klein schneiden und verwenden.

Im Kühlschrank sind sie einige Monate haltbar. Wenn der Flüssigkeitsspiegel bei der Entnahme fällt, kannst Du immer wieder mit Salz auffüllen. Damit die Zitronen nicht verderben, solltest Du nur saubere Löffeln oder Gabeln zum Entnehmen verwenden.

Das Rezept für ein Karotten-Sellerie-Gemüse mit eingelegten Zitronen und Koriander kommt in den nächsten Tagen.

Eingelegte Zitrone Salz Gewürze Glas

 

Die jährliche Migration der Pflanzen – Moment mal, Pflanzenzug?

Kräuter Arbeitszimmer

Wenn man viele zeit- und raumeinnehmende Interessen hat, ist es ein Segen, eine Partnerin oder einen Partner zu haben, der diese geduldig er- oder sogar mitträgt.
Ich hatte früher die geduldigste Frau der Welt. Sie hat sich nicht verändert. Doch dann lernten wir ein befreundetes Pärchen kennen und als wir das erste mal von ihrem Resthof fuhren, sagte ich zu meiner Frau: „Dir ist schon klar, dass Du den Titel ‚geduldigste Frau der Welt‘ jetzt los bist, oder?“ Meine Frau nickte, lächelte und meinte, das sei schon ok. „E.“ hätte den Titel wirklich verdient. Seitdem ist meine Frau nur noch die zweitgeduldigste Frau der Welt.

Gestern war einer dieser regelmäßigen Termine, an denen die Geduld meiner Frau getestet wird. Gestern Nachmittag war hier der Zug der südlichen Topfpflanzen zu beobachten.

Einige meiner Nutzpflanzen kommen aus tropischen oder subtropischen Gegenden und sind im kalten Norddeutschland nur im Haus oder in einem beheizten Gewächshaus zu kultivieren. Da ich letzteres nicht besitze, halte ich diese Pflanzen im Haus. An dieser Stelle haben meine Frau und ich vielleicht eine etwas andere Perspektive. Denn im Mai/Juni, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, ziehen meine Pflanzen in den Sommerurlaub in den Folientunnel oder das Aquaponikgewächshaus. Aus Sicht meiner Frau wird dann nur ein nicht wünschenswertes Provisorium beendet und die Pflanzen ziehen in ihr eigentliches Biotop…

Folientunnel2Folientunnel1

Im Mai sah der Folientunnel noch fast kahl aus. Die unter der Decke rankenden Triebe von Kiwi und Wein haben noch kein lichtdichtes Dach gebildet und die Kurkumapflanzen fangen gerade erst wieder an, die ersten Blätter auszutreiben. Gestern, als ich die Pflanzen aus dem Urlaub zurückholte, sah das dann schon anderes aus. Dafür ist jetzt jede verfügbare Fensterbank im Haus mit Pflanzen gefüllt, die ich hoffentlich gut durch die dunkle Jahreszeit bringe, bis die Migration der Topfpflanzen wieder in die andere Richtung losgeht.

KräuterArbeitszimmer
Von links: Basilikum, Erdmandel, purpurnes Buschbasilikum, Vietnamkoriander, Kardamom, Erdkastanie, kleiner Galgant, Thaibasilikum

Um Verluste durch Schädlinge und Krankheiten zu begrenzen, habe ich einige Pflanzen über mehrere Räume verteilt.
Das purpurne Buschbasilikum habe ich erst dieses Jahr gekauft. Laut Lieferant ist es hier in Norddeutschland winterhart. Da ich dieser Aussage nicht ganz traue, habe ich es zeitig über Stecklinge vermehrt. Die Töpfe stehen jetzt verteilt im Haus und den Gewächshäusern. Weil ich es so stark vermehrt habe, konnte ich bisher kaum damit kochen. Aber die Blüten sind geschmacklich sensationell. Beim Eintopfen bewurzelter Stecklinge musste ich gestern dann doch noch einiges an Laub und Blüten abschneiden.  Diese wurden mit Mandeln, Parmigiano Reggiano, Meersalz und etwas Öl in der Küchenmaschine in wenigen Minuten zu einem sehr leckeren Pesto.

GalgantCurryLeafBasilikum
Von links: Basilikum, kleiner Galgant, Curryblatt / Curry Leaf

Das derzeit kläglich aussehende Basilikum ist ein Mitbringsel aus dem Frankreichurlaub. Ein Topf aus einem kleinen Laden hat uns durch mehr als zwei Wochen Urlaub gebracht. Danach sah der Busch etwas kahl aus. 😉 Weil er aber schon gut verholzt und das Basilikum geschmacklich sehr lecker war, habe ich versucht, die Pflanze zu teilen und weiter zu pflegen. Das Teilen könnte ein Fehler gewesen sein.
Das Curryblatt habe ich auch erst dieses Jahr bekommen. Bisher entwickelt es sich sehr gut. Nur der Urlaub war ohne Wasser etwas viel. Dafür hatte ich dann eine erste Ernte getrockneter Blätter. 🙂
Der kleine Galgant oder Thai-Ingwer ist in seinem zweiten Jahr und bald reif für die erste Ernte. Die Pflanze lässt sich gut im Haus halten und vermehren.

ZitroneLorbeerZitronengras
Von links: Zitrone, Lorbeer, Zitronengras

Während die Zitrone und das Zitronengras unbedingt drinnen überwintern müssen, hätte die Lorbeerpflanze den Winter wohl problemlos im Gewächshaus überlebt. Da sie aber etwas mangelernährt ist, wollte ich ihr etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Ideal sind warme Wohnzimmer im Winter weder für den Lorbeer noch die Zitrone.

Kardamom
Kardamom im Küchenfenster

Den Kardamom habe ich aus einer winzigen Pflanze in diverse Töpfe vermehrt. Die Blätter schmecken gut als exotische Salatzutat.

Physalis
Physalis mit Frucht

Was man im Supermarkt an Physalis kaufen kann, ist fast immer eingeflogene Ware aus Südamerika. Dabei ist die Pflanze auch in unserem Klima einfach zu ziehen und zu vermehren!
Nimm eine reife Frucht und streiche die Kerne aus dem Inneren auf ein Stück Küchentuch. Wenn die Kerne getrocknet sind, kann man sie mit wenig Erde bedeckt aussäen. Sie keimen fast alle! Da Physalis stattliche Pflanzen von bis zu zwei Meter Höhe bildet, brauchst Du nicht viele. Wenn Du Pflanzen hast, kannst Du sie auch über Stecklinge vermehren. Im Haus kann eine Physalis mehrere Jahre alt werden und verträgt Rückschnitt. Draußen oder im ungeheizten Gewächshaus erfriert die Pflanze.

Süßkartoffel, Ingwer, Kurkuma
Von links: Süßkartoffel, Ingwer, Kurkuma

Diese drei Pflanzen überwintern bei mir auf dem Dachboden, der allerdings recht warm ist – hochgedämmte Neubauten haben keine kalten Räume mehr.
Häufig vergesse ich sie auch mal ein paar Wochen beim Wässern. Das ist aber nicht dramatisch. Bei Ingwer und Kurkuma sterben in unseren Breiten die Blätter zum Dezember hin ab und treiben April/Mai wieder aus. In der Zwischenzeit brauchen die Rhizome (die gnubbeligen, unterirdischen Teile, die wir essen) nur so viel Feuchtigkeit, dass sie nicht völlig vertrocknen.
Die Süßkartoffel kann man auch über Stecklinge, die man im Wasserglas bewurzelt, durch den Winter bringen. Mit besserer Pflege kann man sie zu einer dekorativen, schlingenden Zimmerpflanze ziehen, die auch sehr hübsch blüht.

Rote-Beete-Pastinaken-Gratin mit Salat

Geschmackswertung: 5Sterne

Hier kommen zwei meiner Lieblingsgerichte zusammen: Der super-leckere Querbeetsalat  und ein Gratin von Roter Beete, Kartoffeln und Pastinaken in Ziegenkäse-Sahne-Creme. Lecker!
Dieses Gratin und gefüllter Butternutsquash (Rezept kommt die nächsten Tage) sind meine liebsten Herbstrezepte.

Zutaten

  • Kartoffeln
  • Rote Beete (ca. 3-5 Knollen)
  • Pastinaken

Von allen Zutaten oben nimmst Du in etwa gleiche Mengen. Karotten (norddeutsch „Wurzeln“) passen auch dazu.

  • 1 Becher Ziegenfrischkäse
  • 1 Becher Sahne
  • schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen oder gemörsert)
  • Meersalz
  • frischer (!) Thymian
  • ein paar frische (!) Lorbeerblätter
  • Olivenöl

Die Zutatenliste und Zubereitung des Salats findest Du hier.

SalzPfefferThymianLorbeerKäseSahne

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 20-30 Min. / Koch-/Backzeit: 60 Min. / Schwierigkeitsgrad: einfach

Heize den Ofen auf 200°C vor.

Während der Ofen heizt, schälst Du die Gemüse und schneidest sie in Stücke. Stiele und Blätter der Rote Beete kann man übrigens wie Mangold oder Spinat zubereiten. Dazu kommt bestimmt auch noch ein Rezept. Die zartesten Blätter kommen in den Salat.
Pastinake gart am schnellsten, während die Rote Beete am längsten braucht. Daher sollte die Rote Beete am kleinsten geschnitten werden. Die Stücke sollten aber schon noch ein paar Zentimeter Durchmesser haben. Je nach Größe der Kartoffeln werden diese halbiert oder geviertelt. Die Pastinaken können ganz oder halbiert hinein.
Das Gemüse kommt dann so in eine Auflaufform, dass der Boden bedeckt ist, die Stücke sich aber nicht in der Form stapeln. Träufle etwas Olivenöl darüber und menge alles durch. Dann geht es für ca. 45 Minuten in den Backofen.

In der Zwischenzeit verrührst Du den Ziegenfrischkäse mit der Sahne, dem Thymian, dem Pfeffer und dem Meersalz. Lass den Zutaten etwas Zeit, damit sie sich kennenlernen können.

Wenn die Rote Beete nach ca. 45 Minuten unter einer Messerspitze weich wird, legst Du die frischen Lorbeerblätter unter das Gemüse in der Auflaufform – der Geruch wird Dir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen (versprochen!) – und gießt die Käsesoße darüber. Nach ca. 15 weiteren Minuten sollte sich die Soße rosa verfärben und am Rand karamellisieren. Dann ist das Gratin fertig.

RoteBeeteGratin

Bohnen-Mais-Gemüse mit Estragon oder Urlaub zu Ende – was ist da?

BohnenMaisEstragonTomaten

Geschmackswertung: vier Gabeln und Schaufeln

Der Sommer hier im Norden war über weite Strecken kalt und nass. Der ursprüngliche Plan, in Schweden Kanu zu fahren, klang immer weniger erfreulich, je näher der Urlaub kam.

Dann zurück aus 2 1/2 Wochen Sonne pur in der Provence, führte mich der erste Gang zu Haus in den Garten. Dort fand ich

  • größere Mengen Stangen- und Buschbohnen (größer als ich sie eigentlich mag… 🙁 ),
  • Zuckermais,
  • einen mittelgroßen Hokaidokürbis,
  • Massen an Mangold,
  • wild wuchernden Rucola,
  • Spinat,
  • etwas Neuseeländer Spinat,
  • Unmengen an Brunnenkresse,
  • Cherrytomaten aller Reifegrade,
  • Mengen an roter Beete und
  • eingelagerte Kartoffeln, bei denen die Krautfäule leider doch noch Opfer gefordert hatte (bäh).

Die Bohnen mussten als erste weg – etwas weiter und sie wären nur noch Masse für einen Eintopf gewesen. Doch was damit anfangen?

Fündig wurde ich bei meinem in diesem Sommer angepflanzten deutschen Estragon. Er hat einen herrlichen Anisgeschmack und ist angeblich winterhart (trotzdem werde ich noch versuchen Stecklinge im Haus zu überwintern).

Zutaten

  • (Stangen-)Bohnen
  • Zuckermais (1-2 Kolben)
  • kleine, süße Cherrytomaten
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • frischer Estragon (kleine Handvoll frischer Blätter)
  • 2-3 frische (!) Lorbeerblätter
  • eine mittelscharfe, rote Chili
  • Raps- und Olivenöl
  • Meersalz

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 20 Min. / Schwierigkeitsgrad: einfach – aber Timing ist wichtig

Säubere und schneide alle Gemüse vorab, da es bei diesem Gericht etwas auf das Timing ankommt, damit alle Gemüse perfekt gegart sind.

Die Bohnen säubern, Ansätze und eventuelle Fäden entfernen (das sind die zähen Rückseiten mancher Schoten), in Stücke von ca. 4 cm schneiden und in einem Dampfgareinsatz für einen Kochtopf ca. 10 Minuten dünsten. Ein Dampfgareinsatz sollte in keiner guten Küche fehlen und Du bekommst ihn für 5-10€ in gut sortierten Haushaltsgeschäften oder im Internet. Die Bohnen sollten noch gut Biss haben, da sie nachher mit den anderen Zutaten kombiniert werden. Sind sie zu früh soweit, kannst Du den Garvorgang mit eiskaltem Wasser stoppen.

Die geschälten Kolben Zuckermais werden für ca. 10 Minuten in Salzwasser gekocht. Auch hier kannst Du den Garvorgang durch kaltes Wasser abbrechen. Optimal ist natürlich alles passend gar zu haben. 🙂 Die Körner werden mit dem Kochmesser von den Kolben herunter geschnitten.

Die Zwiebeln werden in nicht zu kleinen Stücken bei mittlerer Hitze zusammen mit den Lorbeerblättern in Oliven- und Rapsöl gegart. Sie dürfen nicht verbrennen, sondern sollen weich und süß werden. Wenn Sie glasig werden, fügst Du die klein geschnittene Chili und den Knoblauch in feinen Scheiben hinzu. Dazu kommen 1-2 Minuten später die Cherrytomaten und die Maiskörner. Lass alles unter einem Deckel 3-4 Minuten köcheln – die Tomaten sollen etwas weich sein und füge dann die Bohnen und die gehackten Estragonblätter hinzu. Gib den Zutaten zwei Minuten, um sich kennenzulernen und um die Bohnen eventuell wieder aufzuwärmen. Schmecke das Gemüse mit Meersalz ab.

Durch die Süße aus Tomaten, Mais und Zwiebeln und den Anisgeschmack aus dem Estragon hat dieses Gericht fast eine fernöstliche Note. Sehr lecker!

Wir hatten dazu Kartoffelpüree mit Butterzwiebeln und Spiegeleier.

(Lammlachse mit) Zucchinipfanne

Zucchinipfanne

Geschmackswertung: 

Zugegeben: Der Inhalt der Pfanne auf dem Handyfoto zu diesem Beitrag sieht nicht sooo super lecker aus. War er aber und damit der Auslöser für dieses lange erwogene doch nie umgesetzte Blogprojekt „Feinschmeckergarten“.

Was auf dem Bild nämlich nicht zu sehen ist, sind die eingelegte Zitrone oder die selbst getrockneten Blüten vom Strauchbasilikum, die dem Gericht eine aromatische Tiefe und Vielfalt gegeben haben, die ich in Flensburger Restaurants leider meistens vermisse.

Hier also das Rezept:

Zutaten

  • Lammlachs(e)
  • Öl
  • Butter
  • Meersalz

Für die Zucchinipfanne

  • Zucchini
  • Cherrytomaten
  • schwarze, trocken eingelegte Oliven (was Leckeres, nicht dieses gefärbte Zeug, das man auf billigen Pizzas bekommt)
  • ein bis zwei Zwiebeln
  • Knoblauch
  • in Salz eingelegte Zitronen (ein Rezept gibt es hier)
  • frische, mittelscharfe rote Chili
  • zwei frische(!) Lorbeerblätter
  • flüssiger Honig
  • getrocknete Basilikumblüten von Strauch- oder Thaibasilikum
  • Meersalz

Zubereitung

Arbeitszeit: ca. 25 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 20 Min. / Schwierigkeitsgrad: simpel

Backofen auf 120° vorheizen.

Lamm in Butter und Öl 2-3 Minuten pro Seite – je nach Dicke und Temperatur der Lachse – anbraten. Das Fleisch zwischendurch nicht bewegen, sonder nur mit einem Löffel die Butter-Ölmischung darüber geben. Mit Alufolie abgedeckt in den Ofen stellen.

Bei mittlerer Hitze die gewürfelte Zwiebel in der Butter-Ölmischung anschwitzen.
Zucchini, Chili, Knoblauch und Lorbeer dazugeben.
Ca. eine halbe eingelegte Zitrone filetieren und (nach Geschmack) nur die Filets oder auch die gehackte Schale in die Pfanne geben. Dazu kommen die Oliven, die halbierten Cherrytomaten und etwas Honig. Bei mittlerer Hitze ein paar Minuten unter einem Deckel köcheln lassen. Die Zucchini dürfen nicht matschig werden.
Kurz vor dem Servieren die getrockneten Basilikumblüten dazugeben und mit Meersalz abschmecken.

Ob man das Fleisch vor dem Braten (entzieht Wasser) oder danach salzen soll, daran scheiden sich die Geister. Falls also noch kein Salz am Fleisch ist, wäre jetzt die Zeit, etwas darüber zu geben.

Dazu passt hervorragend ein Kartoffelgratin mit Gorgonzola. Dann kann man die Zucchinipfanne auch gut als vegetarisches Hauptgericht servieren.

Lamm Zucchini Gratin

Für die nächsten Artikel mache ich hübschere Fotos mit einer richtigen Kamera – versprochen…
…und an der Präsentation des Essens arbeite ich auch noch. 😉