NoDig – Gärtnern ohne Umgraben

Eine stark verkürzte Einführung in das Thema.

Warum nicht umgraben?

  • Weniger Arbeit, weil man sich das Umgraben spart.
  • Weniger Arbeit, weil keine Samen von Beikräutern (Unkräutern) aus unteren Bodenschichten zum Keimen nach oben gebracht werden, die man dann jäten müsste.
  • Weniger Arbeit, weil die Mulchschicht aus Kompost viele Beikräuter vom Keimen abhält.
  • Weniger Arbeit, weil sich trotzdem wachsende Beikräuter in der losen Bodenstruktur gut entfernen lassen.
  • Hohe Erträge ohne Einsatz von Dünger und Gift (s.u.). 1
  • Die natürliche Bodenstruktur bleibt erhalten.
    • Pilze z.B. können eine natürliche Zusammenarbeit mit Pflanzen eingehen, wenn sie beim Umgraben nicht zerstört werden. Dadurch brauchen Pflanzen keinen Kunstdünger, weil sie Nährstoffe mit Pilzen tauschen. 2
    • Der Boden erhält eine bessere Speicherfähigkeit für Wasser. Regen wird besser aufgenommen. Es muss weniger gewässert werden und Bodenerosion bei Starkregen wird gemindert. 3
  • Umgraben oder Pflügen – insbesondere kombiniert mit Stickstoffdüngung – setzt CO2 und andere Klimagase frei. NoDig bindet langfristig Kohlenstoff im Boden und wirkt damit gegen die Klimaerhitzung.

Wie funktioniert das?

  • Einmal im Jahr (vorzugsweise im Winter) wird eine 3-5cm dicke Schicht heiß-kompostierter Kompost auf die Beete gebracht und als Mulchschicht nicht eingearbeitet. Achtung: In kalt kompostierten Kompost können zahlreiche Beikräutersamen enthalten sein!
  • Der Boden wird minimal invasiv bearbeitet, d.h. es wird z.B. nur oberflächlich gehackt oder beim Einpflanzen neuer, kleinerer Pflanzen werden Löcher nur mit Handschaufeln aufgezogen statt gebuddelt.
  • Auf den Einsatz von Dünger wird verzichtet, da dieser das natürliche Zusammenleben von Organismen im Boden zerstört. Gleiches gilt für Pestizide.

Wo gibt es weitere Infos?

Fußnoten

1) Meine Erträge im ersten Jahr: https://feinschmeckergarten.de/index.php/2024/01/02/rueckblick-auf-das-gartenjahr-2023/

2) Der Mykologe Merlin Sheldrake hat die Beziehungen zwischen Pflanzen und Pilzen nicht nur erforscht, sondern auch ein faszinierendes Buch darüber geschrieben: https://www.merlinsheldrake.com/entangled-life

3) Rothamsted ist eine der ältesten landwirtschaftlichen Versuchsanstalten der Welt. Ursprünglich gegründet mit dem Geld eines Pioniers der Produktion künstlichen Düngers, hat man dort untersucht und nachgewiesen, wie schädlich Kunstdünger für unsere Böden ist: https://www.rothamsted.ac.uk/news/where-theres-muck-theres-brass